Exogen-allergische Alveolitis/Lungenfibrose

Was ist das?

Als exogen allergische Alveolitis, (Abkürzung EAA) wird eine Gruppe von Lungenerkrankungen bezeichnet, die durch wiederholte Inhalation von  sogenannten Antigenen entsteht und zu immunologisch bedingte Entzündungsreaktionen des Lungengewebes und der kleinsten Bronchien entsteht.

Ursache und Vorkommen:

Verschiedene Stoffe, z.B. Bakterien, Pilze, Fremdeiweiße aber auch chemische Stoffe mit kleinen Teilchengrößen stellen solche Antigene dar. (Die Erkrankung tritt in der Bevölkerung etwa bei 5-15% auf.) Typische Symptome werden bei Landwirten in 9-12%, bei Taubenzüchtern in bis zu 15% und bei der Befeuchterlunge in bis zu 10% der Exponierten gefunden.

Wie wird die Erkrankung entdeckt?

Die körperlichen Anzeichen einer Alveolitis sind uncharakteristisch. Grippesymptome, Luftnot und Husten treten (bei der akuten Form) immer auf. Beim Abhören der Lunge kann man häufig „Knisterrassseln“ feststellen. Die subakute Form und die chronische Form bleiben oft lange unentdeckt. Die Folge der Erkrankung ist dann eine großflächige Zerstörung und Vernarbung des Lungengewebes, die man als Lungenfibrose bezeichnet. Diese Erkrankung kann fortschreiten, ohne dass noch Kontakt mit der einst auslösenden Substanz besteht.
Die Lungenfunktion zeigt eine „restriktive Ventilationsstörung“ d. h. einen Ausfall von belüfteter Lunge an, dazu lässt sich eine Verminderung der Sauerstoffaufnahme nachweisen.
Das Röntgenbild zeigt anfangs eine milchglasartige Trübung des Lungengewebes, aber in einem Drittel der Fälle bleibt es normal.  Chronische oder weiter fortgeschrittene Erkrankungsformen zeigen zunehmende Fibrosierungen (Vernarbungen), die aber auch als Endstadium anderer Erkrankungen der Lunge auftreten kann.
Die hochauflösende Computertomografie (HR-CT) kann eine EAA so gut wie immer nachweisen – selbst Frühformen, die im Röntgenbild noch unsichtbar sind.
Bei einer Blutuntersuchung können spezielle Antikörper gegen die Auslöser nachgewiesen werden.
Bei der Spiegelung der Lunge (Bronchoskopie) wird eine Spülung in einem betroffenen Lungensegment durchgeführt, die richtungsweisende Befunde erbringen kann. Die Gewebsprobe aus der Lunge zeigt typische histologische Veränderungen.  In Fällen mit chronischer Erkrankung liegen häufig vernarbte (fibrotische) Areale vor, die die Beurteilung erschweren.
In uneindeutigen Fällen kann eine Provokation die akute oder subakute Erkrankung beweisen. Dabei wird der Erkrankte dem vermuteten Auslöser erneut ausgesetzt und verschiedene Lungenfunktions- und Laborwerte bestimmt.  Da es keine einzelne Untersuchung gibt, die alleine eine EAA beweisen oder ausschließen kann, sind Diagnosekriterien entwickelt worden. Umso mehr Kriterien zutreffen, desto wahrscheinlicher wird die Diagnose.  


Abb1: CT-Bild einer akuten exogen allergischen Alveolitis

Abb2: CT-Bild einer fortgeschrittenen chronischen Alveolitis  


Wie wird die Erkrankung behandelt?

Vordringlich ist die Allergenkarenz und die Therapie mit Kortison. Weitere antientzündliche Therapien werden im Einzelfall angewandt.
Frische entzündliche Veränderungen sind gut behandelbar, narbige Bezirke lassen sich medikamentös nicht beeinflussen. Derzeit laufen weltweit große Studien, um die Therapiemöglichkeiten zu optimieren.
Bei zunehmender Verschlechterung stellen die Langzeitsauerstofftherapie und die Lungentransplantation weitere Therapieoptionen dar.


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