Heimbeatmung

Was ist das?

Unter Heimbeatmung versteht man die Anwendung einer Beatmungstherapie in der häuslichen Umgebung bei Patienten mit einer chronischen Atempumpschwäche. Die Atempumpe des Menschen besteht aus vier Abschnitten, dem Atemzentrum im Gehirn, der Nervenleitung, der Atemmuskulatur und dem Brustkorb. In jedem der zuvor genannten Abschnitte kann eine Krankheit zu einer Schwäche der Atempumpe führen. Patienten mit einer chronischen Atempumpinsuffizienz klagen neben Atemnot über nächtliche Schlafstörungen, morgendliche Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Tagesmüdigkeit. Durch die Entwicklung kleiner Beatmungsgeräte und deren einfacher Bedienung ist es möglich, eine Beatmungstherapie auch außerhalb der Intensivstation eines Krankenhauses durchzuführen.

Ursache und Vorkommen

Eine Heimbeatmung kann entsprechend der Einteilung der Atempumpeninsuffizienz bei folgenden Krankheitsbildern notwendig sein:
1. Atemregulationsstörungen im Gehirn (selten),
2. Nervenerkrankungen (z.B. amyotrophe Lateralsklerose, Post-Polio-Syndrom etc.),
3. Muskelerkrankungen (Muskeldystrophien [z.B. M.Duchenne], Muskelatrophien etc.), 4. Erkrankungen mit Veränderungen des Brustkorbes (Kyphoskoliose, Post-Tuberkulose-Syndrom, COPD etc.).

Wie wird die Erkrankung entdeckt?

Bei Auftreten einer entsprechenden o.g. Symptomatik muß eine weiterführende Diagnostik erfolgen. Bei einigen der Krankheitsbilder soll bereits vor Auftreten der Symptome gezielt nach einer Atempumpenschwäche gesucht werden. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Messung des Kohlendioxid im Blut. Dieser Wert kann entweder direkt im Blut bestimmt werden oder indirekt z.B. über eine Elektrode auf der Haut. Bei einer Atempumpenschwäche steigt das Kohledioxid an, initial nur während des Schlafes, später auch am Tag. Weitere Untersuchungen betreffen die Messung des Sauerstoffes im Blut, spezielle Lungenfunktionsmessungen und ggf. auch eine Untersuchung im Schlaflabor.

Wie wird erfolgt die Behandlung?

Bei einer chronischen Atempumpenschwäche wird durch eine häusliche Beatmungstherapie die Funktion der Atempumpe unterstützt, bzw. teilweise ersetzt. Dabei wird der Patient mit einem kleinen Beatmungsgerät über eine Nasen- oder Nase-Mund-Maske beatmet. In bestimmten Situationen kann eine Heimbeatmung auch über einen künstlichen Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) sinnvoll sein. An das Beatmungsgerät kann bei Bedarf eine Sauerstoffzufuhr angeschlossen werden. Es wird empfohlen, die Beatmungstherapie während des Schlafes in der Nacht durchzuführen, kann aber auch ggf. alternativ oder zusätzlich am Tag eingesetzt werden. Bei Patienten, die über einen Tracheostoma beatmet werden, ist eine dauerhafte Beatmungstherapie über 24 Stunden möglich.

 


Abb1: Das Bild zeigt eine typische Maske mit der eine Heimbeatmung durchgeführt werden kann.

Abb2: Das Bild zeigt  ein typisches Heimbeatmungsgerät.


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