Lungenkrebs

Was ist das?

Lungen- oder auch Bronchialkrebs ist eine häufige und sehr gefährliche Erkrankung, da die bösartige Geschwulst wegen der guten Durchblutung der Lunge frühzeitig Absiedelungen in andere Organe (z.B. Knochen, Gehirn, Nebennieren, Leber) bilden kann. Da Lunge und Bronchien nicht schmerzempfindlich sind, wird der Krebs oft erst in fortgeschrittenem Stadium entdeckt. 

 


Abb1: Im Thorax-Röntgenbild: Fortgeschrittener zentraler Lungenkrebs des rechten Unterlappens im Röntgen

Abb2: Bronchoskopie-Bild nach Laser- Blutstillung

 

 

Ursachen und Vorkommen:

Der Lungenkrebs ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen beim Mann.  Bei den Frauen steigt die Erkrankungshäufigkeit weiter deutlich an. Pro Jahr kommt es zu etwa 30 000 Neuerkrankungen in Deutschland und mehr als 1 Million/ Jahr weltweit. Die Hauptursache des Lungenkrebses ist Zigarettenrauchen. Nur 5% der Fälle werden durch Berufseinflüsse verursacht, wie Asbest, Chrom, Uran.
Man unterscheidet nach Lage: zentraler und peripherer Lungenkrebs, oder nach Gewebetyp: nichtkleinzellig, kleinzellig. Kleinzellige Formen wachsen besonders schnell und streuen frühzeitig.

Wie wird die Erkrankung entdeckt ?

Da Beschwerden wie zunehmender Husten, Auswurf (z.T. Auftreten von Blutbeimengungen) Kurzatmigkeit oft als „Raucherbronchitis“ gedeutet und verschleppt werden, wird die Diagnose oft zu spät gestellt. Brustkorbschmerzen, Heiserkeit und auffällige körperliche Untersuchungsbefunde, wie Lymphknotenschwellungen sind Spätzeichen. Der Verdacht ergibt sich meist aus dem Röntgenbild (von vorn und seitlich), ergänzt durch eine Computertomographie. Die Sicherung der Diagnose gelingt durch Bronchoskopie oder eine Nadelpunktion durch die Brustwand. Zur Erfassung der Ausbreitung sind weitere Untersuchungen, wie Ultraschall des Bauches, Knochenszintigraphie, Schädel- CT) notwendig. Besondere Bedeutung hat auch der Befall von Lymphknoten im Mittelfellraum, weshalb ggf. dort eine Spiegelung (Mediastinoskopie) erfolgt.

Wie wird die Erkrankung behandelt?

Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach der Größe (T-Stadium) und dem Ausbreitungsgrad (N- und M- Stadium) sowie nach dem Gewebetyp und den körperlichen Reserven des Patienten (Alter, Krankheiten, Lungenfunktion). Grundsätzlich bestehen folgende Möglichkeiten: 1. Operative Entfernung, sofern noch keine Streuung in andere Organe vorliegt. 2. Chemotherapie, die auch Streuherde mit erfasst 3. Bestrahlung des Lungenkrebses, bzw. auch ausgewählter Streuherde (Schädel, Knochen), ggf. auch vorbeugende Bestrahlung des Schädels 4. Lokale Maßnahmen gegen Tumorkomplikationen, wie Bronchieneinengungen oder Blutungen meist durch das Bronchoskop: Laserbehandlung, Platzhalter (Stents), endobronchiale Bestrahlung, 5. Symtomatische Therapie gegen Schmerzen, Übelkeit etc.
Trotz intensiver Behandlungen liegt die 5- Jahres Heilungsrate im Mittel noch immer unter 15%, kann bei frühen Stadien aber bis auf 80% steigen.

Besonders tragisch ist, dass die Chance für eine effektive Vorbeugung durch Verzicht auf das Zigarettenrauchen nicht genutzt wird!


Autorenteam

zurück zur Übersicht