Pneumonie

Was ist das?

Die Lungenentzündung oder Pneumonie ist eine infektiöse Entzündung des Lungengewebes. Es können sowohl die Lungenbläschen als auch das dazwischen liegende Lungengewebe betroffen sein. Es werden typische von atypischen Lungenentzündungen (je nach Erreger) unterschieden und auch akute von chronischen Lungenentzündungen (je nach Krankheitsverlauf). Folgt die Lungenentzündung einer bereits vorbestehenden Erkrankung, spricht man von einer sekundären Pneumonie.

Ursache und Vorkommen:

Häufig sind Bakterien die Erreger der Infektion. Aber auch Viren, Pilze oder Parasiten können eine Lungenentzündung auslösen. In der Regel erfolgt die Ansteckung durch Tröpfchen (beim Husten oder Niesen), die klein genug sind, um bis in die Lungenbläschen zu gelangen. Nur Teilchen mit einer Größe zwischen 0,3 und 5 µm vermögen die Lungenbläschen zu erreichen. Neben der so genannten „Tröpfcheninfektion“, kann eine Lungenentzündung auch durch das Einatmen schädlicher Stoffe oder Flüssigkeiten hervorgerufen werden. Aber auch Mikroben, die im Nasen-Rachen-Raum jedes Menschen leben, können insbesondere bei älteren oder immungeschwächten Menschen Lungenentzündungen auslösen. Die meisten Erkrankungen werden im normalen Alltag erworben. In 40 bis 60 Prozent aller Fälle handelt es sich um Pneumokokkeninfektionen. Aber auch Legionellen, Staphylokokken, Haemophilus influencae, Chlamydien und Viren zählen zu häufigen Erregern.

Wie wird die Erkrankung entdeckt?

Bei der typischen Lungenentzündung treten plötzliche Beschwerden mit Schüttelfrost, rasch ansteigendem Fieber, beschleunigter Atmung und erhöhtem Pulsschlag auf. Es bestehen überwiegend nicht produktiver Husten und Brustkorbschmerzen. Das Allgemeinbefinden ist meist schwer beeinträchtigt. Später färbt sich der Auswurf rostbraun, gelb oder grün, auch Blutbeimengungen können auftreten.
Durch den Arzt können beim Abhören des Brustkorbes veränderte Atemgeräusche festgestellt werden. Im Röntgenbild der Lunge kann das Ausmaß und genaue Lokalisation der Lungenentzündung beurteilt werden.
Durch Laboruntersuchungen des Blutes können Blutbildveränderungen oder erhöhte Entzündungszeichen nachgewiesen werden. Durch eine Blutkultur kann eine genaue Identifizierung der Erreger möglich sein.
Bei Sputumuntersuchungen des Patienten können Verunreinigungen aus dem Nasen-Rachen-Raum auftreten. Deshalb ist hier eine Bronchoskopie erforderlich, um durch eine gezielte Spülung einen Erregernachweis mittels Kultur möglich zu machen.

Wie wird die Erkrankung behandelt?

Nach der Diagnosestellung durch den Arzt, erfolgt die Einleitung einer kalkulierten antibiotischen Therapie. Die Therapiedauer beträgt meist ein bis zwei Wochen. Neben der antibiotischen Therapie ist aber auch die symptomatische Therapie (Inhalationen, schleimlösende Medikamente, Ruhe und event. lokale Therapien) erforderlich. Der Krankheitsverlauf variiert je nach Alter des Patienten und der Begleiterkrankungen, Erregertyp und Virulenz des Erregers (Infektionskraft), aber auch der Zeitpunkt des Beginns der Therapie ist entscheidend.
Vorbeugend steht für den häufigsten Erreger der bakteriellen Lungenentzündung, die Pneumokokken, ein Impfstoff zur Verfügung. Neben der Pneumokokkenimpfung (empfohlen für Menschen ab dem 60. LJ und Patienten mit Lungenerkrankungen) sollten auch regelmäßige Grippeschutzimpfungen durchgeführt werden und prophylaktische Maßnahmen (ausreichend Vitamine, Nikotinkarenz und Bewegung an frischer Luft) eingehalten werden.


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