Sauerstofflangzeittherapie

Was ist das ?

Unter einer Sauerstofflangzeittherapie versteht man die Zugabe von Sauerstoff zur Einatemluft über mindestens 16 Stunden täglich. Die dabei notwendige Sauerstoffmenge ist von Patient zu Patient unterschiedlich und muss individuell bestimmt werden.

Ursachen und Vorkommen:

Eine Sauerstofflangzeittherapie kommt bei allen Erkrankungen in Frage, die mit einem Sauerstoffmangel im Blut einhergehen. Dies sind vor allem: chronische Lungenerkrankungen mit Verengung der Atemwege wie chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) und chronische Lungenüberblähung (Lungenemphysem), Vernarbung des Lungengewebes (Lungenfibrose), Mucoviszidose, chronische Erkrankungen der Blutgefäße in der Lunge  (Bluthochdruck im Lungenkreislauf unterschiedlicher Ursache), Erkrankungen der Brustkorbwand und Brustwirbelsäule, Erkrankungen der Atemmuskulatur und/oder deren Nerven, Zustand nach ausgedehnten Brustkorboperationen.

Wie wird die Erkrankung entdeckt ?

Die betroffenen Patienten stellen sich häufig wegen Atemnot bei körperlicher Belastung bei ihrem Hausarzt vor. Manchen Betroffenen fällt auch eine Blauverfärbung der Lippen auf. Das Vorhandensein und das Ausmaß des Sauerstoffmangels im Blut kann nur durch die Bestimmung einer Blutgasanalyse im arteriellen Blut beim Lungenarzt nachgewiesen werden.

Wie wird die Erkrankung behandelt?

Prinzipiell ist der Einsatz einer Sauerstofflangzeittherapie erst nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung der Grunderkrankung angezeigt. Dazu gehört der Verzicht auf das Rauchen.
Eine Voraussetzung für die Einleitung dieser Therapie (und auch die Genehmigung durch die Krankenkassen) ist der wiederholte, mindestens dreimalige Nachweis eines deutlichen Sauerstoffmangels im Blut mit Abfall unter Belastung (pO2 geringer als 55 mmHg = 7,3 kPa) in der stabilen Krankheitsphase von ca. 4 Wochen. Liegen ein Bluthochdruck im Lungenkreislauf oder eine Eindickung des Blutes (Polyglobulie) vor, ist eine geringere Einschränkung des Sauerstoffgehaltes im Blut ausreichend (pO2 56-60 mmHg = 7,3 bis 8 kPa).
Unter Sauerstoffgabe müssen die Sauerstoffwerte im Blut nachweislich ansteigen. Der Kohlendioxidgehalt des Blutes sollte dabei aber konstant bleiben, da es im Fall seines Ansteigens unter Sauerstoffgabe zur Gefährdung des Patienten kommen kann. In solchen Fällen reicht eine alleinige Sauerstoffgabe nicht aus, hier muss eine nichtinvasive Beatmungstherapie zum Einsatz kommen.
Für die Durchführung der Sauerstofflangzeittherapie stehen verschiedene Systeme zur Verfügung: (Sauerstoffdruckflaschen, Sauerstoffkonzentratoren,
Flüssigsauerstoffsysteme). Welches System zum Einsatz kommen kann, richtet sich nach der noch erhaltenen Mobilität der Patienten und wird letztlich nach Antrag durch den behandelnden Lungenarzt von den Krankenkassen entschieden.
Bei vielen Patienten verbessert sich unter dieser Behandlung die Leistungsfähigkeit. Wird die Sauerstofflangzeittherapie über mehr als 16 Stunden angewendet verbessert sich bei der chronisch obstruktiven Bronchitis und dem Lungenemphysem als den am häufigsten zugrunde liegenden Erkrankungen die Lebenserwartung deutlich.


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