Schlafbezogene Atmungsstörung

Was ist das ?

Schlafbezogenen Atmungsstörungen – kurz SBAS – sind Krankheiten, die durch eine verminderte Atmung im Schlaf gekennzeichnet sind. Dabei führen entweder eine wiederholte Verengung (Obstruktion) des Schlundes oder die Verminderung des Atemantriebes zu Störungen der Sauerstoffversorgung der Organe. Krankheiten der Atemwege, der Lunge, des Herzens, der Nerven und der Atemmuskeln können eine schlafbezogene Atmungsstörung verursachen.

Ursache und Vorkommen:

8-10 % der erwachsenen Bevölkerung erleiden eine SBAS. Damit ist die SBAS eine Volkskrankheit!
Die häufigste SBAS ist das Obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom – kurz OSAS. Das Wort „Apnoe“  bedeutet „NICHT-ATMEN“. Aufgrund von Erschlaffungen der Schlundmuskulatur kommt es während des Schlafes zu einem Kollaps der oberen Atemwege. Es resultiert ein nächtlicher Dauerstress durch Kampf um die Atemluft. Folgen sind: bedrohliches Absinken der Sauerstoffsättigung und Weckreaktionen mit Verminderung des Tief- und Traumschlafes. Ergebnisse sind ein nicht-erholsamer Schlaf, eine Bedrohung von Herz-, Gefäßsystem und Gehirn sowie Tagesmüdigkeit.  Daher rühren auch das deutlich erhöhte Unfallrisiko und das Risiko, Schlaganfälle, Herzinfarkte oder einen  plötzlichen Herztod zu erleiden.

Wie wird die Erkrankung entdeckt?

Zumeist werden nächtliche Atempausen und Schnarchen durch den Partner entdeckt. Die erkrankten Menschen bemerken die Störung erst, wenn es zu Folgeerscheinungen wie Tagesmüdigkeit, Einschlafneigung bei monotonen Tätigkeiten, morgendlichem Sodbrennen, nächtlichen Luftnotattacken, schlecht einstellbarem Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen gekommen ist. Die Patienten mit Verdacht auf eine SBAS durchlaufen eine Stufendiagnostik und werden anschließend in ein Schlaflabor eingewiesen. Dort werden sie abends zur Polysomnographie „verkabelt“, dass heißt, es werden Elektroden zur Messung von Körperfunktionen (z.B. EKG, EMG, EEG, etc.) angelegt. Zusätzlich wird der Schlaf des Patienten  mittels Infrarotkamera beobachtet.

Wie wird die Erkrankung behandelt?

Basismaßnahmen sind Gewichtsreduktion sowie der Verzicht auf Alkohol vor dem Schlafengehen. Eine medikamentöse Therapiemöglichkeit besteht derzeit nicht. Bei rückenlageabhängigem Schlafapnoesyndrom kann eine Seitlagerungsbehandlung ausreichend sein. Schwere Formen können in der Regel nur mittels Maskenbeatmung behandelt werden. Der notwendige Beatmungsdruck wird im Schlaflabor eingestellt.
Es gibt komfortable Maskensysteme für Nase allein oder Mund und Nase. Die Luftzuführung erfolgt vom Therapiegerät über den Beatmungsschlauch zur Maske. Die CPAP-Therapie ist die effektivste Form der Behandlung und wird von den meisten Patienten ausgezeichnet toleriert. In einigen Fällen sind andere Beatmungsgeräte erforderlich. Eine mögliche Alternative für leichte Fälle stellt die Behandlung mit „Antischnarchschienen“ dar. Bei Gesichtsanomalien besteht die Möglichkeit von operativen Maßnahmen. Wer für welche alternative Therapieform in Frage kommt, muss durch ein erfahrenes Schlaflaborteam geprüft und entschieden werden.


Abb1: n CPAP-Gerät

Abb2: Patient mit Maske


Autorenteam

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